ORTE ZUM HÖREN, FÜHLEN, BEGREIFEN & MITMACHEN

Lasst uns reden

Woher wir kommen, prägt uns. Nicht nur der Ort auf der Landkarte, sondern auch die Erfahrungen, mit denen wir aufgewachsen sind: die kleine Wohnung, der Dialekt, die Menschen um uns herum, das Gefühl dazuzugehören – oder eben nicht. Oft sind es genau diese unsichtbaren Prägungen, über die selten gesprochen wird, obwohl sie unseren Blick auf die Welt maßgeblich beeinflussen.

Mit dem Gesprächsformat Lasst uns reden – woher wir kommen öffnen wir einen Raum für persönliche Geschichten, ehrlichen Austausch und neue Perspektiven. Es geht um Herkunft, soziale Unterschiede und gesellschaftliche Prägung – aber genauso um das, was Menschen trotz aller Unterschiede miteinander verbindet.

Denn neben verschiedenen Lebensrealitäten gibt es oft überraschend viele Gemeinsamkeiten: Erinnerungen an Kindheit, Familiengeschichten, Musik, Fußball, Balkonpflanzen oder Gespräche am Küchentisch. Genau dort setzt das Format an – bei Menschen, Erfahrungen und dem Zuhören.

Und vielleicht beginnt genau dort auch #GemeinsameSache: nicht darin, dass alle gleich denken oder dieselben Erfahrungen gemacht haben. Sondern darin, einander zuzuhören, Unterschiede auszuhalten und trotzdem gemeinsam etwas zu gestalten.

Im Mai 2026 kamen dafür auf Gut Ziegenberg in Ballenstedt unterschiedliche Perspektiven zusammen. Mit auf dem Podium Herbert Grönemeyer, Anneke Richter, Nicole Müller und Eilika von Anhalt. Moderiert wurde der Abend von Michael Steinbrecher. Gemeinsam sprachen sie über Herkunft, Zugehörigkeit, Veränderung und die Suche nach Verbindung.

Die Gesprächspartner*innen

Herbert Grönemeyer gehört seit Jahrzehnten zu den prägenden Stimmen der deutschen Musiklandschaft. In seinen Liedern und öffentlichen Äußerungen beschäftigt er sich immer wieder mit gesellschaftlichem Zusammenhalt, Verletzlichkeit, Herkunft und der Frage, wie Menschen miteinander leben wollen. Für das Format bringt er nicht nur seine künstlerische Perspektive mit, sondern vor allem die Bereitschaft zuzuhören und mit Menschen vor Ort ins Gespräch zu kommen.

Michael Steinbrecher begleitet den Abend als Moderator. Als Journalist, Fernsehmoderator und Professor beschäftigt er sich seit vielen Jahren mit gesellschaftlichen Entwicklungen, Medien und der Frage, wie Dialog gelingen kann. Seine Gesprächsführung steht für Ruhe, Tiefe und echtes Interesse an den Menschen und ihren Geschichten.

Eilika von Anhalt bringt eine besondere Perspektive zwischen regionaler Verbundenheit und äußerem Blick mit. In München geboren und im Süden Deutschlands aufgewachsen, erweitert sie den Blick bewusst über klassische Ost-West-Erzählungen hinaus. Gleichzeitig ist sie über ihre Familiengeschichte eng mit Ballenstedt verbunden – ohne hier selbst sozialisiert worden zu sein. Gerade diese Mischung aus Nähe und Distanz eröffnet spannende Fragen nach Zugehörigkeit, Herkunft und Verbindung.

Nicole Müller steht für tiefe lokale Verwurzelung und langfristiges Engagement. Seit fast 30 Jahren lebt und arbeitet sie in Ballenstedt und gestaltet als Vorstandsvorsitzende von heimatBEWEGEN e. V. zahlreiche Projekte der Stadt- und Regionalentwicklung mit. Ihre Erfahrung verbindet strukturelles Denken mit praktischer Umsetzung und einem starken Glauben daran, dass Veränderung im ländlichen Raum gemeinschaftlich entstehen kann.

Anneke Richter bewegt sich zwischen Stadt und Land, Medien, Wissenschaft und gesellschaftlichem Engagement. Aufgewachsen im Harzvorland und geprägt durch berufliche Stationen in Großstädten und an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, beschäftigt sie sich seit vielen Jahren mit der Frage, wie Menschen wieder miteinander ins Gespräch kommen können – über soziale, kulturelle und gesellschaftliche Grenzen hinweg.

„Lasst uns reden – woher wir kommen“ versteht sich als Einladung zum Zuhören, zum Teilen eigener Erfahrungen und zum Entdecken dessen, was Menschen verbindet. Nicht abstrakt, sondern persönlich. Nicht laut, sondern ehrlich.

Danke

Ein ganz besonderer Dank gilt allen Beteiligten, die dieses Format mittragen und möglich machen.
Es ist alles andere als selbstverständlich, dass so viele Menschen ihre Zeit, ihre Aufmerksamkeit, ihre Erfahrung und ihre Möglichkeiten einbringen – oft im Hintergrund, oft zusätzlich zu allem anderen, was sie ohnehin leisten.

Danke an Herbert Grönemeyer, Michael Steinbrecher, Eilika von Anhalt sowie an alle Gesprächspartner*innen, Unterstützer*innen, Engagierten, Helfer*innen und Mitwirkenden vor und hinter den Kulissen. Danke an die Menschen, die Räume öffnen, Technik organisieren, Kuchen backen, Gespräche vorbereiten, filmen, fotografieren, aufbauen, zuhören und mitdenken.

Dass wir Teil dieser Idee und dieses gemeinsamen Moments sein dürfen, fühlt sich für uns alles andere als selbstverständlich an. Gerade in einer Zeit, in der vieles auseinanderdriftet, entsteht hier etwas, das Mut macht: Menschen, die sich begegnen, einander zuhören und gemeinsam versuchen, Verbindung möglich zu machen. Genau dafür sind wir von Herzen dankbar.


Das Gesprächsformat entsteht bewusst als gemeinschaftlich getragene Low-Budget-Produktion. Es lebt davon, dass sich viele Beteiligte mit dem einbringen, was sie können – mit ihrer Zeit, ihren Kompetenzen, ihrer Technik, ihren Räumen und ihrer Erfahrung. Vom Moderator Michael Steinbrecher über Herbert Grönemeyer und die Gesprächsteilnehmer*innen bis hin zu Kamera, Ton, Catering, Location und Postproduktion tragen viele Menschen dazu bei, diesen besonderen Raum für Begegnung und Austausch überhaupt möglich zu machen. Gerade darin liegt die besondere Qualität des Formats: im gemeinsamen Engagement und in der Bereitschaft, etwas miteinander entstehen zu lassen.

Das Format wurde von derStiftung FONDAMENT inspiriert und konzipiert. Ein besonderer Dank gilt hier der Allianz der Gestalter*innen mit Projecttogether sowie PlanetNarratives. Unterstützt durch eine Mikroförderung der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE).