AUS LIEBE & LEIDENSCHAFT

Bus mit Schuss

EIN INTERAKTIVES STADTPROJEKT

„Bus mit Schuss“ ist ein partizipatives Stadtprojekt, dass in einer Zusammenarbeit mit dem Theaterkollektiv Turbo Pascal aus Berlin und heimatBEWEGEN e. V. aus Ballenstedt neue Formen der öffentlichen Versammlung künstlerisch initiiert und erprobt. In Ballenstedt und Umgebung sind gemeinschaftliche Treffpunkte in den letzten Jahrzehnten immer mehr verloren gegangen, Zusammenkünfte finden meist in privaten Räumen statt. Der „Bus mit Schuss“ wird zum temporären Versammlungsort für eine Reisegesellschaft, die Treffpunkte von gestern, heute und morgen ansteuert: die ausgebrannte Diskothek Mirage, eine Kleingartenkolonie in Ballenstedt, einen alten Hof in Rieder, das Ortsgemeinschaftshaus in Radisleben, sowie den Park in Badeborn. Die Stationen werden durch die Künstler*innen von Turbo Pascal inszeniert, moderiert und interaktiv gestaltet. Hier werden Themen, Geschichten oder Anliegen verhandelt, die die  Künstler*innen zuvor, in einer Recherche- und Sammelphase in privaten Gärten und Wohnzimmern, im Austausch mit Bürger*innen gesammelt haben. Private Gärten und öffentliche Plätze, Wohnzimmergespräche und große Runden – Turbo Pascal will mit diesem Projekt neue Verknüpfungen zwischen privaten und öffentlichen Räumen, zwischen privaten und öffentlichen Fragen des Zusammenlebens herstellen. 

Die Konzeptidee samt Kostenfinanzierungsplan haben wir im Oktober 2019 gemeinsam mit Turbo Pascal zu Papier gebracht. Die Finanzierung des Projektes schultert sich auf einem Eigenanteil von 6.000 €, die durch heimatBEWEGEN über Spenden akquiriert wurden sowie einer finanziellen Förderung von 49.500 € durch die Bundeszentrale für Politische Bildung im Programm „Zusammenhalt durch Teilhabe“, dem Fond Soziokultur e. V. im Bereich „Allgemeine Projektförderung“ und Lotto Toto Sachsen-Anhalt.

Seit Mai 2021 arbeiteten die vier Berlinerinnen vom Theaterkollektiv Turbo Pascal nun an dem Projekt und führten unzählige Gespräche mit Einheimischen. Oft fanden die Gespräche in privaten Gärten statt, aber auch der Supermarkt wurde zum Ort des Dialogs. Hier fragte das Theaterkollektiv nach Lieblingsbäumen und -plätzen und kam mit Bürgerinnen und Bürgern jeder Altersgruppe ins Gespräch. Sie waren in allen Ortsteilen Ballenstedts unterwegs und haben unterschiedliche Menschen gefragt: Wo ist hier was los?  Wo trifft man sich? Wo hat man sich früher versammelt, getanzt, gefeiert? Wer begegnet sich und wer nicht?

Im September/Oktober 2021 ging es dann los, auf eine Bustour durch Ballenstedt und Umgebung. Wir luden die Ballenstedter ein, mit uns ein- und auszusteigen. Die Reiseleitung übernahmen die drei Berlinerinnen vom Theaterkollektiv Turbo Pascal. Alles, was  die drei in ihrer Recherchephase erfahren haben, erzählen sie auf der Bustour weiter. Der Bus mit Schuss stoppt an bekannten und unbekannten Orten, auf Dorfplätzen, vor Ruinen und Gärten. Immer auf der Suche danach, wo was los ist, war oder sein könnte. Dabei wird der Bus selbst zum Treffpunkt und zum Umschlagplatz für Klatsch, Tratsch und Geschichten.

Impressionen vom „Bus mit Schuss“ fotografiert von Jana Dünnhaupt
Mitteldeutsche Zeitung, Wochenende, 2./3. Oktober 2021 von Rita Kunze

Am Montag, den 27. September und am Freitag, den 1. Oktober fand in Badeborn und in Radisleben die technische Probe statt. Am Mittwoch, den 29. September 2021 die Generalprobe, begleitet vom MDR Fernsehen. Am 30. September 2021 und am 1. und 3. Oktober fuhr der Bus vollbesetzt mit 46 Gästen jeglicher Altersklassen an Bord durch Ballenstedt, Rieder, Radisleben und Badeborn. Die für den 2. Oktober 2021 geplante und ausgebuchte Tour, musste auf Grund eines schweren Krankheitsfalles in der Familie einer der Schauspielerinnen kurzfristig abgesagt werden. Wir planen die Wiederaufnahme des Stückes für das erste/zweite Quartal 2022.

Und das war/ist für den „Bus mit Schuss“ alles nötig?

Ein wunderbares Theaterkollektiv aus der Großstadt Turbo Pascal. Knapp 20.000 Zeichen geschriebener Antragstext. Viel Geduld, Spucke und Durchhaltevermögen bei der Antragstellung der Fördermittel zur Durchführung unseres Vorhabens. Viele Gespräche, Geschichten, Erinnerungen und Visionen von Bürgerinnen und Bürgern aus Ballenstedt, Rieder, Opperode, Badeborn, Assmusstedt und Radisleben. Die Bereitschaft verschiedener Menschen, uns Zugang zu ihren besonderen Orten zu gewähren. Eine künstlerische Idee, Recherche, Entwicklung der Texte, Szenen und Proben an den Orten. Ein Bühnenbild und Requisiten, die zum Mitmachen einluden. Regie, Musik und Komposition für die Fahrt mit dem Bus und zur Begleitung der Szenen und die Nachbearbeitung von Audiomaterial. Ein Busunternehmen wie Schubert Touristik, welches über die normale Busvermietung hinaus bereit war, sich auf unsere außer- und ungewöhnlichen Fragen und Besichtigungen einzulassen. Einen Busfahrer mit Nerven wie Drahtseile und einem Fahrgeschick der Extraklasse. Die Unterstützung unzähliger Helfer:innen, Techniker:innen, Mitarbeiter:innen der Stadt Ballenstedt und verschiedener Behörden bei der Durchführung und eine Produktionsleitung, die alles im Griff hatte – unsere Nicole Müller. Gäste, die bereit waren sich auf Neues und Ungewohntes einzulassen. Eine erstklassige Berichterstattung in Ferseh und Zeitung. Eine einzigartige Begleitung in Form von Foto und Video. Und natürlich finanzielle Mittel: 6.000 € Eigenmittel und eine finanzielle Förderung von 49.500 € von unseren Förderern Fonds Soziokultur e.V., der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) und LOTTO Sachsen-Anhalt.

Wir sagen von ganzen Herzen danke! Ohne Euch ist Ballenstedt nur halb so schön!


Ansprechpartnerin

Nicole Müller


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Unsere Partner

Theaterkollektiv Turbo Pascal

Das Projekt wird gefördert durch