AUS LIEBE & LEIDENSCHAFT

Für den Aufbau der Herberge

Stellen Sie sich vor, unsere Stadt ist wunderbar und Sie sind schuld daran! Was braucht eine Stadt wie die unsere, um in der Zukunft zu bestehen?

Die Antwort auf diese Frage ist eigentlich ganz einfach: Freude am Tun, Gleichgesinnte, mutige Ideen, kreative Unerschrockenheit, eine intakte Natur, ein funktionierendes Miteinander – und die wichtigste Zutat:  Ballenstedterinnen und Ballenstedter, die ihre Stadt lieben und sich für sie engagieren wollen.  

Vor knapp einem Jahr haben sechs junge Frauen aus Ballenstedt – mit dem Herz am rechten Fleck – eine Initiative auf den Weg gebracht, die die Stadt ein Stück weit verändern könnte. Die Idee, die dahintersteckt, ist nicht ganz einfach zu beschreiben, aber im Wesentlichen geht es einmal mehr darum, das Schicksal in die eigene Hand zu nehmen – und in unserer Stadt einen Ort zu schaffen, der Raum lässt für das Miteinander von Generationen, für Talente und Individualität, für Zukunft und Träume, für Verlässlichkeit und vieles mehr, was ein zufriedenes Leben im Gleichklang von Natur, Wirtschaft und Gesellschaft zulässt.

Einen Ort schaffen, der eine ganz implizite Wirkungskraft besitzt – auf diesen einfachen Nenner lässt sich der Traum der Menschen bringen, die hinter heimatBEWEGEN stehen. Einen Ort, an dem sich die Idee von Heimat hören, fühlen und begreifen lässt. Mit unserem Verein heimatBEWEGEN möchten wir den gesellschaftlichen Herausforderungen des demographischen Wandels begegnen. Wir wollen Beschäftigung, Bildung, Inklusion und das Miteinander der Generationen in unserer Stadt ermöglichen und leben. Wir wollen nachhaltige Antworten auf die ökologischen Fragen unserer Zeit.  Und wir wollen allen, die Raum für die Umsetzung ihrer Ideen und Träume suchen, eine Heimat geben.

Für ihren Traum hat das Team inzwischen ein Zuhause gefunden: Das ehemalige Gut Ziegenberg, bei den Ballenstedtern besser bekannt als Happischer Hof oder Burgschenke. Noch ist es ein verwunschener Ort, gefangen zwischen Vergangenheit und Zukunft. In den nächsten Jahren finden unter dem Dach des Hofes – den wir heimatHOF nennen wollen – etliche Teilprojekte ein Zuhause, zuerst die heimatHERBERGE und das heimatLABOR. Die Herberge ist als Bed & Breakfast-Angebot und Cafè gedacht und soll sich zum Anziehungspunkt für Ballenstedter Gäste und Besucher entwickeln. Das heimatLABOR lädt jedermann ein zum gemeinsamen Nachdenken, Gestalten und Handeln. Frei. Ohne Reglementierung. Ohne staatliche Beeinflussung. Ein Innovationsraum. Eine partizipative Ideenschmiede. Eine Wissenswerkstatt.

Wie das immer so ist, allein mit dem Herzen am rechten Fleck lässt sich eine so fantastische Idee nicht realisieren. Unabhängigkeit und Selbstbestimmung, alternative Formen des Wirtschaftens und Konsumierens haben ihren Preis. 250 000 Euro-Förderung hat das Land Sachsen-Anhalt den heimatHOF-Initiatorinnen in Aussicht gestellt. Das Programm heißt LEADER und ist ein Maßnahmenprogramm zur Förderung bürgerlichen Engagements der Europäischen Union. Das Geld soll in die Sanierung der Gebäude fließen. Bevor die Mittel ausgezahlt werden, müssen die engagierten StadtentwicklerInnen allerdings ein ehrgeiziges Ziel erreichen und bis zum 24.01.2018 50.000 Euro Eigenmittel  aufbringen.

Also wenn Sie das Anliegen des heimatTEAMs überzeugend finden und unterstützen wollen, dann können Sie uns auf unserem Weg unterstützen und zum Aufbau des heimatHOFs beitragen. Mit guten Einfällen, mit tatkräftigen Händen, und ja auch mit Geld. Vielleicht nicht Ihre erste Idee, aber mit Sicherheit die beste!

Auch wenn an dieser Stelle eine gehörige Portion Ideallismus und Irrsinn gefragt ist, um die Herausforderung anzunehmen … egal wir versuchen es. Denn … wir wollen die Zukunft unserer Heimat nicht nur voraussehen, sondern möglich machen.

Kurzbeschreibung der Maßnahmen über LEADER

Mit dem Projekt heimatHERBERGE fokussieren wir uns auf die ersten beiden Handlungsfelder und entsprechenden Handlungsfeldziele, um zum einen die touristischen Aspekte der Region zu stärken und zum anderen die Rahmenbedingungen für die BürgerInnen im Stadtkern zu verbessern und die Lebensqualität sowie gemeinschaftlichen Zusammenhalt zu erhalten bzw. zu steigern. Das hier beantragte Projekt heimatHERBERGE integriert sich dabei in das Gesamtvorhaben heimatHOF, welches alle drei von der LEADER-Gruppe formulierten Schwerpunktthemen und Handlungsfeldziele adressiert. In einem ersten Schritt beantragen wir die Förderung für das Teilprojekt heimatHERBERGE mit Bed & Breakfast und Café. Dafür sollen im Hauptgebäude des heimatHOFS Gut Ziegenberg die bereits im Altbestand existierenden Herbergszimmer (2 mal 1-Bettzimmer, 2 mal 2-Bettzimmer) hergerichtet sowie eine Ferienwohnung (2-Bettzimmer mit Aufbettungsmöglichkeit) und einfache Gruppenübernachtungsmöglich-keiten (16 Betten + Aufbettungsmöglichkeit) geschaffen werden. Mit der Herberge wollen wir einen gastfreundlichen Ort für RadfahrerInnen, WandererInnen, PilgererInnen, BikerInnen, Kinder- und Jugendgruppen sowie kultur- und geschichtsaffine Gäste bzw. Gästegruppen Ballenstedts schaffen. Individuelle, mit jeweils einheimischen, regional produzierten Stilelementen gestaltete Räumlichkeiten sollen die Gäste in einem kreativen und gemütlichen Ambiente willkommen heißen. Dabei wird bei der Umgestaltung der Räumlichkeiten darauf geachtet, alle traditionellen Aspekte des Gebäudes zu bewahren und mit modernen harmonischen und funktionalen Elementen zu ergänzen. Die Gäste sollen mit der heimatHERBERGE im Zentrum Ballenstedts einen Ort finden, der räumlich die Umsetzung unserer Teilprojekte und architektonisch die regionale und städtische Historie trägt. Die bauliche und räumliche Gestaltung des Objekts soll die historischen Besonderheiten Ballenstedts erlebbar machen und die Menschen einladen, in die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft Ballenstedts einzutauchen und sich rundum wohlzufühlen.

Eingebettet in die sanft hügelige Landschaft des nördlichen Harzvorlandes, können unsere Gäste die Ruhe, die Nähe zum Wander- und Naturparadies Harz sowie die Leckereien des heimatCAFÉs genießen. Da nur Zutaten verarbeitet werden, die saisonal verfügbar sind und in der Nähe produziert wurden, gelingt es dem heimatHOF, Qualität zu erschwinglichen Preisen anzubieten. An den Wochenenden und bei Veranstaltungen werden im Café für alle Besucher Erfrischungen und kleine Snacks serviert. Die stilvolle Einrichtung ist zum »Probewohnen« da. Sofas, Kommoden oder Stühle können bei Gefallen fürs eigene Domizil geordert werden. Kleinere Stücke wie Lampen, Kissen, Geschirr und vieles mehr gibt es gleich zum Mitnehmen. Um eine Abgrenzung der Außenanlagen des Haupthauses zu den restlichen, auf der Liegenschaft befindlichen Objekte (diese sind zum Teil in baulich sehr schlechtem Zustand) herzustellen, soll mit Mitteln des Garten- und Landschaftsbaus ein bäuerlicher Gartenraum als nutzbare Wohnerweiterung geschaffen werden. Dies schließt die Instandsetzung der hofseitigen Fassade ein.

Wir möchten diesen Ort mit möglichst vielen Menschen teilen. Deswegen sollen das Haus und der Garten für alle offenstehen – und als regelmäßig bereitgestellte Ausstellungsfläche für Regionalerzeugnisse, Start-Ups der Region oder sozio-(inter)kulturelle Projektergebnisse dienen. Auch laden wir Schriftsteller, Musiker, Theaterleute und andere Akteure ein, hier eine Weile zu besonders günstigen Mietkonditionen zu wohnen und in aller Ruhe an einem Projekt zu arbeiten. Wenn daraus etwas Schönes entsteht, gibt uns das etwas zurück. Das Café dient sogleich als Ausstellungsfläche und Veranstaltungsraum: Lesungen, Konzerte, gemeinsame Projekte mit den Ballenstedtedterinnen und Ballenstedtern u. ä.. Wenn dann alle zusammenkommen – BürgerInnen, Nachbarn, Ballenstedter, Hausgäste, Künstler, Gestalter – begleitet von regionaler und nachhaltiger Bewirtung und bester Stimmung – dann wird unser Wunsch für unsere heimatPROJEKTE Wirklichkeit.

Das LEADER Maßnahmenprogramm der Europäischen Union

LEADER ist ein Maßnahmenprogramm der Europäischen Union, mit dem modellhaft innovative Aktionen im ländlichen Raum gefördert werden. Lokale Aktionsgruppen erarbeiten vor Ort Entwicklungskonzepte. Ziel ist es, die ländlichen Regionen Europas auf dem Weg zu einer eigenständigen Entwicklung zu unterstützen. Die lokale Aktionsgruppe unserer Region ist die LEADER-Gruppe Nordharz. Im Rahmen der Entwicklungsstrategie für unsere Region wurden drei Handlungsfelder definiert. Mit dem Projekt heimatHERBERGE fokussieren wir uns auf die Handlungsfelder Touristische Aspekte der Region stärken und Rahmenbedingungen für die BürgerInnen im Stadtkern verbessern und Lebensqualität sowie gemeinschaftlichen Zusammenhalt erhalten bzw. steigern. Das beantragte Projekt heimatHERBERGE integriert sich dabei in das Gesamtvorhaben heimatHOF, welches alle drei von der LEADER-Gruppe formulierten Schwerpunktthemen und Handlungsfeldziele adressiert. Als Grundlage zur Förderung dient die »Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung der Umsetzung von LEADER sowie über die Verfahrensgrundsätze von CLLD und LEADER in Sachsen-Anhalt (Richtlinie LEADER)«. Bei einer erfolgreichen Antragstellung erfolgt eine Förderung aus dem finanziellen Budget der LEADER-Region. Rahmenbedingung für den höchst möglichen Fördersatz (80%) ist die Gemeinnützigkeit des Projektträgers. Für weitere Investitionen in die Erstausstattung wurden weitere 50.000 € kalkulliert. Zugesagte Fördergelder müssen innerhalb von fünf Jahren nach der Förderzusage abgerufen und verbraucht werden. Sie dürfen nicht zweckfremd eingesetzt werden (z. B. nicht zur Finanzierung von Personalkosten oder sonstigen laufenden Kosten). Die Freisetzung der Mittel wird voraussichtlich im dritten/vierten Quartal 2018 erfolgen.

Freunde, Förderer, Netzwerk & Kooperationen

 

LEADER-Region Nordharz
Transfer- und Gründerzentrum der Universität Magdeburg