ORTE ZUM HÖREN, FÜHLEN, BEGREIFEN & MITMACHEN

Ein ganzes halbes Jahr

MOMENTAUFNAHMEN #01.2026

Kaum zu glauben, aber 2026 ist schon fast zur Hälfte vorbei. Hinter uns liegen bewegende und berührende Wochen. Mit 1000 Meter Kunst haben wir erlebt, was entstehen kann, wenn Menschen zusammenkommen, ihre Ideen teilen und gemeinsam einen Ort gestalten. Zwischen den Kastanien der Allee wurde gemalt, musiziert, diskutiert und zugehört – ein Tag voller Begegnungen. Und dabei liegt noch so viel vor uns: Wir freuen uns auf internationale Gäste, auf den Skate-Contest mit Freya Ruske und auf die vielen kleinen Sommerabenteuer in unseren Ferienangeboten.

Gleichzeitig ist 2026 ein Landtagswahljahr. Eine Zeit, in der Gespräche wichtiger werden und Orte zählen, an denen Menschen einander zuhören und miteinander ins Gespräch kommen. Und vielleicht ist genau das der Moment, in dem Engagement neue Kraft bekommt. In dem sichtbar wird, dass nicht nur Parteien Zukunft gestalten, sondern wir alle – in unserem Tun, unseren Beziehungen, unseren Orten. Vielleicht sind wir selbst die Alternative, die wir so oft im Außen suchen.

Eure heimatBEWEGTEN


Drei Jahre lang haben wir gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Praxis erforscht, wie Menschen in ländlichen Regionen Zukunft gestalten – mit neuen Ideen, Begegnungen und Formen des Miteinanders. Entstanden sind inspirierende Formate wie unsere Stadtgespräche, unsere Visioneswerkstatt ein Brettspiel zu sozialen Innovationen etc. und viele Momente echter Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Wir blicken zurück auf drei bewegende Jahre voller gemeinsamer Erkenntnisse, neuer Freundschaften und lebendiger Zukunftsbilder.


In den vergangenen Monaten haben wir zugehört. Nicht, um schnelle Antworten zu liefern – sondern um besser zu verstehen. In ganz persönlichen Interviews haben Menschen aus ganz unterschiedlichen Bereichen ihre Erfahrungen mit uns geteilt: aus Verwaltung und Politik, aus Vereinen, Schulen, Wirtschaft, Kirche – als Engagierte, Rückkehrer:innen, Neubürger:innen. Dabei ging es um das, was die Entwicklung und Bewegung in unserer Stadt fördert und was bremst. Um persönliche Geschichten, Einschätzungen und Beispiele aus dem Alltag. Aus mehr als 150 Stimmen ist so ein vielschichtiges Bild entstanden: Von Stolz und Frust, von Engagement und Erschöpfung – und von einer gemeinsamen Sehnsucht nach mehr Verbindung und Bewegung. Was wir gehört haben und was wir für unser Tun mitnehmen.


In den Wintermonaten waren wir auf ganz unterschiedlichen Ebenen aktiv: von bundesweiten Fachveranstaltungen, Trainingsprogrammen und Werkstattformaten über wissenschaftliche Fachtagungen bis hin zu politischen Austauschformaten und strategischen Netzwerktreffen. Insgesamt haben wir uns in mehr als sieben Veranstaltungen und Formaten eingebracht – mit Impulsvorträgen, Panelmoderationen, Diskussionen und als Teil bundesweiter Netzwerke. So konnten wir unsere Erfahrungen aus Ballenstedt in überregionale Kontexte einbringen und gleichzeitig neue Perspektiven, Kontakte und Impulse mit zurück in unsere Arbeit vor Ort nehmen.


Was bedeutet es eigentlich, in die Zukunft einer Region zu investieren? Geld, Zeit, Beziehungen, Wissen oder Verantwortung? Gemeinsam mit engagierten Menschen aus Kroppenstedt haben wir Mitte April die Werkstatt der Mutigen gestaltet – einen Abend, an dem Unternehmer, Politiker und Engagierte miteinander ins Gespräch kamen. Unterschiedliche Perspektiven wurden sichtbar, neue Verbindungen geknüpft und konkrete Beiträge für die Zukunft der Region formuliert. Ein Abend, der gezeigt hat: Zukunft entsteht dort, wo Menschen bereit sind, zuzuhören, Verantwortung zu teilen und gemeinsam ins Handeln zu kommen.


Traditionell haben wir auch in diesem Jahr die Draußen-Saison auf Gut Ziegenberg mit der Walpurgisnacht eröffnet. Gemeinsam mit den Dirty Dabblers wurde getanzt, gelacht, gefeiert und bis in den Mai hinein das Leben genossen. Zwischen Musik und vielen guten Gesprächen entstand wieder genau das, was diesen Abend jedes Jahr besonders macht: das Gefühl, gemeinsam in den Sommer zu starten.


Was verbindet Menschen unterschiedlicher Generationen, Lebenswege und Erfahrungen miteinander? Gemeinsam mit Herbert Grönemeyer und Matthias Matschke durften wir in Ballenstedt Mitte Mai besondere Begegnungen erleben: bei Chorproben, Gesprächen und einem Podcastprojekt mit Jugendlichen. Im Mittelpunkt standen nicht Auftritte oder große Bühnen, sondern das gemeinsame Zuhören, das Teilen von Geschichten und die Freude am Miteinander. Dabei wurde spürbar, welche Kraft in Musik, Kultur und Engagement steckt – und wie sie Menschen zusammenbringen kann, die sich sonst vielleicht nie begegnet wären.


Was passiert, wenn eine ganze Stadt gemeinsam zur Kreide greift? Am Tag des Grundgesetzes wurde die Ballenstedter Allee Mitte Mai zu einem offenen Raum für Kunst, Begegnung und Austausch. Kinder, Jugendliche, Vereine, Schulen und Bürgerinnen und Bürger gestalteten gemeinsam ein kilometerlanges Kunstwerk, diskutierten über Demokratie und Grundrechte und kamen bei Musik, Kaffee und Kuchen miteinander ins Gespräch. Ein Tag voller Farben, Ideen und Begegnungen – und ein schönes Beispiel dafür, wie lebendig Gemeinschaft werden kann, wenn Menschen gemeinsam ihren öffentlichen Raum gestalten.


Zum Schmökern & Reinhören

Manche Geschichten berühren, andere machen Mut, wieder andere öffnen neue Perspektiven. Wir haben für euch einige Empfehlungen zum Lesen und Hören zusammengestellt – aus Ballenstedt, über Ballenstedt und für alle, die sich für Engagement, Zusammenhalt und die Geschichten der Menschen vor Ort interessieren.

Wie aus einem Bruch eine Chance werden kann, erzählt uns der rbb-Podcast Der Bruch – Frauen zwischen Ost und jetzt. In der ersten Folge steht Brigitte aus Ballenstedt im Mittelpunkt: Als die Treuhand 1990 ihren Betrieb übernimmt, gründet sie kurzerhand eine eigene Kantine – und später eine Disco. Unbedingt reinhören!


Gute Zusammenarbeit entsteht selten nach Anleitung – aber oft aus Erfahrung. Unser Rezeptbüchlein sammelt Erkenntnisse, Ideen und bewährte Zutaten aus Gesprächen, Interviews und Werkstätten mit Engagierten, Verwaltungen und weiteren Akteuren im ländlichen Raum. Keine Patentrezepte, sondern Anregungen zum Ausprobieren, Weiterdenken und Nachkochen – für alle, die vor Ort gemeinsam etwas bewegen wollen.


Die coolen Kinder von Ballenstedt
Was mögen Kinder an ihrem Heimatort? Und wie stellen sie sich Ballenstedt im Jahr 2035 vor? In den neuen Podcastfolgen Mein Lieblingsort und Ballenstedt 2035 erzählen die Jüngsten aus dem Hort der Friedriken Grundschule aus unseren Ortsteilen von ihren Lieblingsplätzen, Wünschen und Zukunftsideen. Entstanden sind zwei hörenswerte Folgen, die zeigen: Kinder haben viel zu sagen – man muss ihnen nur zuhören.